20 Juli 2006

Point Pelee - Eriesee


Niagara Falls



Toronto II


18 Juli 2006

Toronto




Huronian Museum


Canadische Sümpfe


Pancake Beach


Agawa Pictured Rocks


17 Juli 2006

Canada

Seit ein paar Tagen sind wir also in Canada! Die Natur hier ist unbeschreiblich: Unendliche Wälder, tausende Seen und viele Sümpfe. Dazwischen immer wieder Granit, mal höher, mal kleiner und in vielen Farben. Um die Natur wirklich ausgibig genießen zu können, sind wir leider nicht ausgerüstet. Lange Wanderungen in Sandalen oder Kajakfahren ohne Übung sind hier nicht so angesagt. So haben wir uns damit begnügt, im heißen Sand am Lake Superior zu liegen, im fantastisch sauberen Wasser zu Schwimmen und Spaziergänge in einigermaßen zugänglichen Gebieten zu machen. Am spannendsten war wohl die Besichtigung von uralten Indianerzeichnungen auf Felsen am Lake Superior. Schon zu Beginn des Trails - so heißen hier die Wanderwege - hieß es auf einem Schild, dass es gefährlich sei und Menschen auf den Felsen zu Tode kamen, als plötzliche hohe Wellen auftraten. Wir konnten uns nicht wirklich etwas darunter vorstellen, doch wir merkten schnell, dass der Weg zu den Zeichnungen ziemlich herausfordernd war. Fotos, die ich nachher noch poste, geben sicher eine Vorstellung von diesem Abenteuer.
Seit gestern sind wir in Toronto. Es ist eine herrliche Stadt. Wir haben (wie bisher schon den ganzen Urlaub) ein riesiges Glück mit dem Wetter: Heute sind es sage und schreibe 37°C. Am Wasser kann man es gut aushalten. Wir genießen die Zivilisation rauf und runter und auch das prima Essen. Wenn man schon ein Fazit aus dieser Reise ziehen möchte, so ist es dieses: Die Gefahr, dass wir in die Wildnis Canadas auswandern könnten ist definitiv vorbei. So schön die Natur ist und so romantisch auch die Vorstellung, was ein Winter hier bedeutet, das ist kein Leben mehr für uns. Also Sünje, auf unsere Wohnung wirst Du noch ein wenig warten müssen *grins'*.
Gestern waren wir in einem Huronen-Museum. Unter Anderem war dort ein nachgebautes Huronendorf (Huronen waren die einzigen sesshaften Indianer) zu sehen. Das waren neben den Zeichnungen übrigens die einzigen historischen Spuren von Indianern, die wir auf unserem Weg gefunden haben. Es scheint, als ob die Kultur der Indianer zum größten Teil von der Kultur der "Entdecker" verschluckt worden ist. Sehr schade!
Rauchen tun wir übrigens nach wie vor nicht - auch wenn es gelegentlich ganz schön wäre...

15 Juli 2006

Die Geschichte vom Elch gibt es zuhause...

White Lake


Straßenimpressionen


Twin Cities am Mississippi




On the road



Bayfield



Pictured Rocks


Mackinac Island



Sleeping Bear Dunes


11 Juli 2006

Netzprobleme

Heute gibt es nur Text, aber wenigstens Nachrichten von uns! Das mit dem Internet klappt hier im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eher weniger als gut, selbst in großen Städten wie den Twin Cities Minneapolis und St. Paul. Uns geht es bestens. Wir haben gestern die Twin Cities besucht und auch in der Mall of America gebummelt. Das Angebot war ziemlich erschlagend. Die Städte sind schon sehr unterschiedlich zu unseren. Alleine schon ist Hamburg höchstens halb so hoch wie Minneapolis, aber auch sonst ist eben alles anders. Zu diesem Schlußss kommen wir immer wieder. Das Andere lässt sich gar nicht so wirklich in Worte fassen, doch nach und nach - auch wenn mich die Städte faszinieren - merke ich, dass mir die Natur hier lieber ist als die Kultur. Darum werden wir nun nach unserem Abstecher in die Zivilisation wieder schnell in Richtung Wildnis düsen!
Inzwischen ist die Hälfte der Zeit herum und wir haben festgestellt, dass unsere geplante Strecke unmöglich zu schaffen ist. Also werden wir spontan die Gestaltung der Reise ändern, wie es die Zeit und unsere Bedürfnisse erfordern.
Ansonsten habe ich langsam genug von Motels und Hotels. Sie sind alle nicht mein Geschmack und ziemlich dunkel und düster, egal, wie nobel man absteigt. Eine Ausnahme bildete eine kleine Suite in einem Hafen eines pittoresken Badeortes. Die Räume waren so gemütlich und persönlich (und hell: 4 Fenster!), dass ich am liebsten den Rest des Urlaubs dort verbracht hätte :) aber das geht ja leider nicht.
Heute ist das Wetter zum ersten Mal grau, mit Ausnahme des Tages, an dem wir mal richtig Strecke gemacht hatten. Da hat es nämlich geregnet und es war nicht so schlimm, an all den schönen Aussichten, Wasserfällen und sonstigen "nie mehr wieder Gelegenheiten" vorbei zu fahren.
Die Natur ist schon überwältigend hier: Riesige Wälder, durch die wir auch schon auf Sandwegen fahren mussten (da hat sich das Auto mehr als bezahlt gemacht), und die Seen sind einfach Wunder der Natur für sich. Auch die Tierwelt ist spannend. Wir müssen hier schon drauf achten, dass wir keine Hirsche und Waschbären überfahren. Soviel Wild wie in den letzten 2 Wochen habe ich zuhause in den letzten Jahren nicht gesehen.

Es tut mir ja Leid, dass Deutschland nicht Weltmeister geworden ist, aber wenigstens ja Dritter. In das Endspiel haben wir kurz in Duluth hineinsehen können, als es in einer Kneipe übertragen wurde. Hier ist das Fußballfieber nicht ausgeprägt, doch es soll sich auch gegenüber der WM, die in den USA ausgetragen wurden um ein Vielfaches gesteigert haben. Soccer könnte nochmal zum In-Sport werden, sagen viele Stimmen hier.

So, bevor ich noch Heimweh bekomme, machen wir uns jetzt wieder auf den Weg. Ziel ist endlich Canada und der obere Lake Superior. Ich bin gespannt was uns dort neues erwartet. Wenn ihr nichts von uns hört in den nächsten Tagen, dann gibt es entweder kein Internet oder wir haben Bekanntschaft mit einem Bären gemacht :) Letzteres war natürlich nur ein Scherz! Ganz herzliche Grüße an alle Daheimgebliebenen und besonders natürlich an Birk!

05 Juli 2006

4th 0f July

Feuerwerk 4. Juli


Fort Michilimackinac





Mackinac Bridge




Leuchtturm Rock Island


Leuchtturm Port Washington


Rock Island


Ellison Bay


Kewaunee







Vorab ersteinmal liebe Grüße an alle! Besonders natürlich an unsere Kinder. Gestern haben wir versucht zu telefonieren, doch irgendwie hat das Handy hier keinen Empfang und das Headset für den Computer scheint unseren Ton nicht zu übermitteln. Wir haben Deutschland jedenfalls empfangen und werden nun irgendwie versuchen, eine Telefonkarte zu organisieren, mit der es dann vielleicht klappt. Aber wenigstens klappt die Verbindung ins Internet in diesem Motel vernünftig!
Birk, wenn Du dies liest, schreibe uns doch bitte eine Mail oder einen Kommentar in den Blog. Wir vermissen Dich, sind aber froh, dass es Dir gut geht und wünschen Dir eine schöne Zeit mit Oma und Opa, Tanja, Udo und den Kids! Wir freuen uns auch über die Grüße von allen anderen. Es ist schon komisch, außer uns beiden niemanden zu haben, mit dem man mal reden kann, mit Ausnahme der Führerinnen in den Leuchttürmen, die allesamt sehr gesprächig und interessiert sind, sobald sie merken, dass wir nicht von hier sind.
Und schade natürlich, dass Deutschland das Halbfinale nicht geschafft hat. Aber wir spielen ja wohl noch um den 3. Platz - und wie heißt es so schön: Dabei sein ist alles!

Gestern haben wir hier nun den 4. Juli erlebt, Tag der Unabhängigkeit Amerikas. Den größten Teil des Tages sind wir auf den Spuren der Geschichte gewandelt. So haben wir vormittags das Fort Michilimackinac besucht und viel über das Leben im 18. Jahrhundert erfahren: Handel mit Pelzen und Waren, das Miteinander von Indianern, Engländern und Franzosen. Erstaunlich war, dass die Franzosen sehr gut mit den Indianern auskamen. Sie haben sich angepasst und sind freundlich und verbindlich gewesen. Die Engländer mussten das in ihrer Arroganz erst lernen. Nachdem die Indianer ihnen gezeigt hatten, dass sie sich nichts gefallen lassen, konnten sich auch die Engländer benehmen :)
Nachmittags war wieder einer der vielen historischen Leuchttürme dran, wie wir sie auf unserer Fahrt bisher in Port Washington und auf Rock Island besucht haben (all die anderen haben wir nur von außen besichtigt). Hier an den großen Seen waren die Leuchttürme sehr wichtig und deshalb sehr viele vorhanden, weil die Seen viele Untiefen hatten und einem raschen Wetterwechsel ausgesetzt sind, was sie teilweise gefährlicher zu befahren macht, als einen Ozean. Also werden wir hier schon mal nicht unsere Segelkünste probieren!
Abends saßen wir dann, wie viele der Amerikaner, in einen Schlafsack gehüllt am Strand und warteten auf das Feuerwerk, welches genau wie auf dem Summerfest sehr schön war. Es war schon interessant zu beobachten, wie der 4. Juli hier begangen wird: Familien und Freunde treffen sich entweder im Garten oder auch sehr viel an öffentlichen Plätzen zum Grillen und picknicken. Es gibt auch einen Festplatz, wo Spiele für die Kinder veranstaltet werden und sich der größte Teil der Leute abends mit Decken, Stühlen und Schlafsäcken bewaffnet für das große Feuerwerk bereit hält. Der Frauenverein bietet Kaffee und Kuchen an, der Veteranenverein Hotdogs. Das war's. Keine Fressmeile, keine Getränkebuden, einfach ein netter Tag und Abend im Kreise von Freunden, Verwandten und Touristen.
Das Besondere daran, das Feuerwerk am Strand zu genießen war, dass man alle Großfeuerwerke auf den Inseln und an der Küste entlang sehen konnte, die immer im Abstand von 10 Min. starteten. Hinterher haben dann viele noch selbst Raketen gezündet und es gab einen Stau in sämtlichen Straßen der Stadt. Wie gut, dass wir zu Fuß waren!
Das Autofahren ist ziemlich anstrengend. Wir halten jedoch öfter an und genießen den Blick auf den See und haben täglich ein interessantes Ziel, an dem wir uns ein paar Stunden aufhalten. Vorgestern war es Fayette, eine Industrie"stadt", die über 20 Jahre existierte und dann wegen Preisverfalls des Eisens, welches dort produziert wurde, einfach aufgegeben wurde. Die Industrialisierung war in etwa vergleichbar mit der Harburgs, nur dass Harburg sich darüber hinaus entwickelte. Fayette ist heute eine Geisterstadt in einem der vielen Nationalparks und schon einen Besuch wert.
Überhaupt interessiert uns in erster Linie die Geschichte des Landes. Zum Teil ist es auch unsere eigene Geschichte, aber auch die unterschiedliche Entwicklung der Dinge beiderseits des Atlantiks ist spannend. Schön ist die Landschaft hier an den Seen. Sie ist der Europas ähnlich, jedoch üppiger und weiter. Man könnte stundenlang an einem Platz bleiben und sehen, wie sich das Bild mit dem sich ändernden Licht verändert. Doch die Straße ruft!
Die Städte und Hausansammlungen an den Straßen sind irgendwie komisch. Downtown hat immer den Charakter einer Wildwest-Stadt, ansonsten sind die Straßen weit und die Häuser niedrig, ganz das Gegenteil von unseren in Deutschland. Es gibt hier wirklich schöne Häuser und die meisten sind im Colonialstil. Arm und reich verwischen sich in den kleineren Städten, auffällig ist jedoch, dass dort, wo die Gegend ein wenig heruntergekommen aussieht, eher schwarze Menschen leben und diese in der Regel auch kaum als Urlauber auftreten, sondern überall dort zu sehen sind, wo weiße Menschen bedient werden.
Dafür, dass ärmere Gegenden schnell heruntergekommen wirken, gibt es eine Erklärung: Hier zahlen die Menschen Steuern auf Haus und Grundstück, welche im 5jahres Rythmus bewertet werden. Sind Haus und Grund gepflegt, ist der Wert höher und somit auch die Steuer. So müssten Wenigverdienende nicht nur Geld für die Hauspflege aufwenden, sondern auch noch zusätzlich "Strafe" zahlen, dass sie ihr Eigentum in Ordnung halten...
Nachdem wir uns gestern vom Autofahren erholt haben, geht es heute wieder auf den Highway. Wir werden eins sehr schöne Strecke fahren und verschiedene landschaftliche Höhepunkte sehen. Diesmal können wir uns Zeit lassen, weil wir im selben Hotel bleiben. Morgen geht es auf die Insel Mackinac Island (autofrei), bevor wir uns wieder den täglichen Meilen stellen.