05 Juli 2006

4th 0f July

Feuerwerk 4. Juli


Fort Michilimackinac





Mackinac Bridge




Leuchtturm Rock Island


Leuchtturm Port Washington


Rock Island


Ellison Bay


Kewaunee







Vorab ersteinmal liebe Grüße an alle! Besonders natürlich an unsere Kinder. Gestern haben wir versucht zu telefonieren, doch irgendwie hat das Handy hier keinen Empfang und das Headset für den Computer scheint unseren Ton nicht zu übermitteln. Wir haben Deutschland jedenfalls empfangen und werden nun irgendwie versuchen, eine Telefonkarte zu organisieren, mit der es dann vielleicht klappt. Aber wenigstens klappt die Verbindung ins Internet in diesem Motel vernünftig!
Birk, wenn Du dies liest, schreibe uns doch bitte eine Mail oder einen Kommentar in den Blog. Wir vermissen Dich, sind aber froh, dass es Dir gut geht und wünschen Dir eine schöne Zeit mit Oma und Opa, Tanja, Udo und den Kids! Wir freuen uns auch über die Grüße von allen anderen. Es ist schon komisch, außer uns beiden niemanden zu haben, mit dem man mal reden kann, mit Ausnahme der Führerinnen in den Leuchttürmen, die allesamt sehr gesprächig und interessiert sind, sobald sie merken, dass wir nicht von hier sind.
Und schade natürlich, dass Deutschland das Halbfinale nicht geschafft hat. Aber wir spielen ja wohl noch um den 3. Platz - und wie heißt es so schön: Dabei sein ist alles!

Gestern haben wir hier nun den 4. Juli erlebt, Tag der Unabhängigkeit Amerikas. Den größten Teil des Tages sind wir auf den Spuren der Geschichte gewandelt. So haben wir vormittags das Fort Michilimackinac besucht und viel über das Leben im 18. Jahrhundert erfahren: Handel mit Pelzen und Waren, das Miteinander von Indianern, Engländern und Franzosen. Erstaunlich war, dass die Franzosen sehr gut mit den Indianern auskamen. Sie haben sich angepasst und sind freundlich und verbindlich gewesen. Die Engländer mussten das in ihrer Arroganz erst lernen. Nachdem die Indianer ihnen gezeigt hatten, dass sie sich nichts gefallen lassen, konnten sich auch die Engländer benehmen :)
Nachmittags war wieder einer der vielen historischen Leuchttürme dran, wie wir sie auf unserer Fahrt bisher in Port Washington und auf Rock Island besucht haben (all die anderen haben wir nur von außen besichtigt). Hier an den großen Seen waren die Leuchttürme sehr wichtig und deshalb sehr viele vorhanden, weil die Seen viele Untiefen hatten und einem raschen Wetterwechsel ausgesetzt sind, was sie teilweise gefährlicher zu befahren macht, als einen Ozean. Also werden wir hier schon mal nicht unsere Segelkünste probieren!
Abends saßen wir dann, wie viele der Amerikaner, in einen Schlafsack gehüllt am Strand und warteten auf das Feuerwerk, welches genau wie auf dem Summerfest sehr schön war. Es war schon interessant zu beobachten, wie der 4. Juli hier begangen wird: Familien und Freunde treffen sich entweder im Garten oder auch sehr viel an öffentlichen Plätzen zum Grillen und picknicken. Es gibt auch einen Festplatz, wo Spiele für die Kinder veranstaltet werden und sich der größte Teil der Leute abends mit Decken, Stühlen und Schlafsäcken bewaffnet für das große Feuerwerk bereit hält. Der Frauenverein bietet Kaffee und Kuchen an, der Veteranenverein Hotdogs. Das war's. Keine Fressmeile, keine Getränkebuden, einfach ein netter Tag und Abend im Kreise von Freunden, Verwandten und Touristen.
Das Besondere daran, das Feuerwerk am Strand zu genießen war, dass man alle Großfeuerwerke auf den Inseln und an der Küste entlang sehen konnte, die immer im Abstand von 10 Min. starteten. Hinterher haben dann viele noch selbst Raketen gezündet und es gab einen Stau in sämtlichen Straßen der Stadt. Wie gut, dass wir zu Fuß waren!
Das Autofahren ist ziemlich anstrengend. Wir halten jedoch öfter an und genießen den Blick auf den See und haben täglich ein interessantes Ziel, an dem wir uns ein paar Stunden aufhalten. Vorgestern war es Fayette, eine Industrie"stadt", die über 20 Jahre existierte und dann wegen Preisverfalls des Eisens, welches dort produziert wurde, einfach aufgegeben wurde. Die Industrialisierung war in etwa vergleichbar mit der Harburgs, nur dass Harburg sich darüber hinaus entwickelte. Fayette ist heute eine Geisterstadt in einem der vielen Nationalparks und schon einen Besuch wert.
Überhaupt interessiert uns in erster Linie die Geschichte des Landes. Zum Teil ist es auch unsere eigene Geschichte, aber auch die unterschiedliche Entwicklung der Dinge beiderseits des Atlantiks ist spannend. Schön ist die Landschaft hier an den Seen. Sie ist der Europas ähnlich, jedoch üppiger und weiter. Man könnte stundenlang an einem Platz bleiben und sehen, wie sich das Bild mit dem sich ändernden Licht verändert. Doch die Straße ruft!
Die Städte und Hausansammlungen an den Straßen sind irgendwie komisch. Downtown hat immer den Charakter einer Wildwest-Stadt, ansonsten sind die Straßen weit und die Häuser niedrig, ganz das Gegenteil von unseren in Deutschland. Es gibt hier wirklich schöne Häuser und die meisten sind im Colonialstil. Arm und reich verwischen sich in den kleineren Städten, auffällig ist jedoch, dass dort, wo die Gegend ein wenig heruntergekommen aussieht, eher schwarze Menschen leben und diese in der Regel auch kaum als Urlauber auftreten, sondern überall dort zu sehen sind, wo weiße Menschen bedient werden.
Dafür, dass ärmere Gegenden schnell heruntergekommen wirken, gibt es eine Erklärung: Hier zahlen die Menschen Steuern auf Haus und Grundstück, welche im 5jahres Rythmus bewertet werden. Sind Haus und Grund gepflegt, ist der Wert höher und somit auch die Steuer. So müssten Wenigverdienende nicht nur Geld für die Hauspflege aufwenden, sondern auch noch zusätzlich "Strafe" zahlen, dass sie ihr Eigentum in Ordnung halten...
Nachdem wir uns gestern vom Autofahren erholt haben, geht es heute wieder auf den Highway. Wir werden eins sehr schöne Strecke fahren und verschiedene landschaftliche Höhepunkte sehen. Diesmal können wir uns Zeit lassen, weil wir im selben Hotel bleiben. Morgen geht es auf die Insel Mackinac Island (autofrei), bevor wir uns wieder den täglichen Meilen stellen.

Kommentare:

Birk hat gesagt…

Schade, dass ich das Feuerwerk nicht auch sehen konnte.Warte schon gespannt auf den nächsten Bericht.

Grüße aus Hamburg und viele Küsse von Birk, Oma Und Opa.

katrin hat gesagt…

juhuuu und winke ! immer wieder schön zu lesen und die tollen fotos anzusehen.
liebe grüße katrin