27 März 2007

Frühling

Endlich wird es Frühling! Zwar hatten wir nicht wirklich einen Winter, doch mit der Zeit gehen einem der Regen und die grauen Tage wirklich auf die Nerven. Seit Samstag nun ist das Wetter sonnig, der Himmel blau und die Temperaturen sind inzwischen auf heute immerhin 17°C gestiegen. Die Rosen im Hof schlagen aus und ich bekomme richtig Lust, den Hof für den Sommer herzurichten. Leider muss ich damit noch warten, bis der Schutt von unseren Baustellen in den Wohnungen entsorgt ist.
Sonntag waren Michi, Birk und ich im Wildpark. Es war klar, dass wir nicht die einzigen mit dieser Idee waren. die Leute haben sich dort ziemlich auf den Füßen gestanden. Dennoch hatten wir ein paar richtig schöne Stunden. Leider haben wir die Rehe nicht gesehen. Die haben sich vor dem Ansturm wohl verzogen. Birk ist auch sein Tierfutter nicht los geworden. Sogar die nimmersatten Ziegen waren so satt, dass sie nichts mehr fressen wollten.
Mit Birk war ich im Fledermaus-Haus. Wir haben unsere Arme ausgestreckt und es haben sich tatsächlich ein paar mal Fledermäuse an unsere Hände gehängt. Wir konnten die Krallen spüren, aber die Tiere waren ganz sanft und fühlten sich warm an. Das war schon ein Erlebnis der besonderen Art.
Natürlich habe ich die Gelegenheit genutzt und mein neues Teleobjektiv ausprobiert. Mir sind einige schöne Bilder gelungen. Es ist etwas ganz anderes, auf den Fotos die Tiere ganz nah sehen zu können. Sonst muss man mit der Lupe suchen, vor allem bei den großen Gehegen. Hier gleich mal ein paar Kostproben:



19 März 2007

Students Exchange

Nun wird es wohl mal wieder Zeit, ein wenig zu berichten, was im letzten Vierteljahr alles so passiert ist:

Da Tanja seit Oktober am Rauhen Haus den Kontaktstudiengang Soziale Arbeit besucht und während der Präsenzzeiten bei mir wohnt, hat sich ergeben, dass wir gemeinsam an einem Studentenaustausch mit der Schule für Soziale Arbeit in Salem, Massachusetts, teilnehmen. Den ersten Teil - nämlich den Besuch der amerikanischen StudentInnen - haben wir nun hinter uns. Es war eine aufregende und vor allem extrem anstrengende Woche, die sich aber wegen der vielen positiven Erfahrungen sehr gelohnt hat. Unsere Englischkenntnisse haben sich exponentiell verbessert und wir haben in verschiedene Bereiche der Sozialarbeit hineinschnuppern können. Schön war, dass ich nun endlich einmal Tanjas Arbeit kennengelernt habe und sie meine, so dass wir nun genauer Bescheid wisen, worüber wir denn fachsimpeln. Ganz besonders hat mir jedoch gefallen, dass Tanja und ich mit unseren Gästen so ein großes Glück hatten. Lauren und Amanda waren sehr nett und und unkompliziert, so dass wir prima miteinander ausgekommen sind.
Sehr bewegend war für mich der Besuch des ehemaligen KZ-Geländes Neuengamme. Ich bin dort nicht mehr gewesen, seit ich im Rahmen eines Internationalen Friedens-Workcamps 1982 am Bau eines Rundweges beteiligt war. Es hat sich vieles dort getan, insbesondere seit die Justizvollzugsanstalt auf dem Gelände 2003 geschlossen wurde.
















In dieser Woche haben wir auch Rostock besucht, da die Austauschstudenten gerne etwas über die ehemalige DDR und die Entwicklung nach der Wiedervereinigung lernen wollten. Dort war das Programm noch enger als an den anderen Tagen. Wir konnten sehen, dass sich im Bereich der sozialen Arbeit vieles getan hat. Ich habe eine wirklich gute Einrichtung eines Sozialraumprojektes gesehen und eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung, die mir jedoch Gänsehaut bereitet hat, da dort alle Bereiche, von der Schule über Wohnen bis zur Werkstatt, auf einem Gelände waren. Das Ganze wirkte sehr hospitalisiert und von Selbstständigkeit, Empowerment und Selbstbestimmung war nicht viel zu merken.
















Rostock ist eine schöne alte Hansestadt und hat mich sehr an meine Studienreise nach Tallinn erinnert. Ich liebe diese weiten Marktplätze, die von den hübschen pastellfarbenen Häusern umrahmt sind. Diese Farben scheinen typisch für die Hansestädte im Ostseeraum zu sein.

So, und was gibt es sonst noch aus den letzten Monaten zu berichten? Weihnachten haben wir zuhause gefeiert, ganz im kleinen Kreis (der ja inzwischen mehr oder weniger auch schon 7 Mitglieder hat), Silvester dann etwas größer, nämlich mit Tanja und Ralf und ihren Familien. Das war richtig nett.































Leider musste Sünje im Februar ihre Ausbildung beenden. Die Situation an ihrem Arbeitsplatz war nicht mehr zu ertragen. Nun wird sie ab April ein Freiwilliges Soziales Jahr machen und in dieser Zeit einen neuen Ausbildungsplatz suchen. Tim hat morgen eine Prüfung und Birk ist gerade von den Hamburger Schach-Jugendmeisterschaften zurück. Im Haus renovieren wir seit Ende Januar 2 Wohnungen: Es gibt neue Bäder und eine neue Heizung. Sünjes Wohnung ist eine davon und leider sind wir mit den Arbeiten nicht so voran gekommen wie geplant, so dass ihre Wohnung nicht rechtzeitig zum Einzug Daniels fertig wurde. Jetzt leben wir also erstmal zu sechst hier oben unter dem Dach und sind froh, dass wir soviel Platz haben.

Die nächste Zeit werde ich ersteinmal damit verbringen, mich von der anstrengenden letzten Woche zu erholen, die liegen gebliebenen Hausarbeiten zu erledigen und viel über die deutsche Sozialpolitik und das soziale System zu lesen. Der Austausch mit den amerikanischen StudentInnen hat mir gezeigt, dass ich zwar über alles halbwegs Bescheid weiß (allein schon, damit ich meine Arbeit machen kann), aber die Details fehlen dann doch, vor allem, wenn es ans Dikutieren geht. Zumindest in meinem Arbeitsbereich möchte ich besser informiert sein.
Während des Studiums ist es selbstverständlich, sich mit den Entwicklungen auseinander zu setzen, im Arbeitsalltag fehlt dann einfach die Zeit dazu. Also werde ich mir diese jetzt zuhause nehmen.