20 Mai 2007

Maizeit - Freizeit

Nachdem wir in den letzten Monaten mit Bauarbeiten beschäftigt waren, ist nun wieder etwas Ruhe eingekehrt. Sünje und Daniel konnten ENDLICH ihre Wohnung beziehen - sie ist (fast) fertig. Ich bewundere die Ruhe und Geduld der beiden, mit denen sie die sich immer wieder verschiebende Fertigstellung erwartet haben.
Dieses Wochenende ist das erste seit ca. 3 Monaten, an dem wir nicht mit mindestens 7 Leuten in der Wohnung leben. Genauer gesagt bin ich sogar fast allein zuhause, denn Michi und Birk sind seit Donnerstag morgen in München (Deutsches Museum)und kommen erst heute abend spät zurück. Jonas merkt man nicht so wirklich (vielleicht am Wäscheberg und am leeren Kühlschrank *grins*). Ich konnte es kaum erwarten, mal wieder ein paar Tage ganz für mich allein zu sein: Aufstehen wann ich will, schlafen wann ich will, nicht kochen müssen und überhaupt nur tun, wozu ich Lust habe - sprich auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen. Und natürlich gaaaanz fleißig an den Fotoalben weiterarbeiten. Habe ich es genossen? Mal ehrlich: Sowohl, als auch nicht. Es war herrlich, einen ganzen Tag im Bett mit fernsehen zu verbringen, zwischendurch mal dösen und einfach in den Tag hinein zu liegen. Eine Radtour mit dem Nachbarn, das neue Bad (!) dekorieren, die von Lena picobello sauber gemachte Wohnung genießen, mich an Sushi überfuttern, weil ich es endlich mal nicht teilen muss. Ich habe mir Bücher gekauft, gelesen und tatsächlich das Zürichalbum fertig gestellt. Niemand hat mich gestört, niemand wollte etwas von mir.

Und niemand war da, wenn ich etwas wollte. Niemand, dem ich das neue Bad zeigen konnte, niemand, der sich das Album ansieht, niemand, mit dem ich im Phoenix-Center ein Glas Prosecco trinken konnte oder der abends mit mir ausgeht. Niemand, dem ich mitteilen konnte, was mir spontan durch den Kopf ging, welche Gedanken mich bewegen, was ich gerade fühle und wie es mir geht. Diese 4 Tage waren schon ein Kontrastprogramm. Auf der einen Seite war es einfach toll, mal wirklich meine Ruhe zu haben und andererseits fehlen mir meine Lieben doch sehr, das schließt neben meiner Familie auch unsere Hausgemeinschaft mit ein. Ich weiß, dass ich immer mal Zeit für mich alleine brauche und zu viel Programm mich ziemlich genervt macht, aber ich habe wieder gemerkt, dass mitten im Trubel einer großen Gemeinschaft zu sein auch etwas sehr Wertvolles ist. Oder aber, dass das ICH ohne das WIR kein Ganzes sein kann.

Genug philosophiert und dafür noch ein paar Nachrichten und einen Ausblick: Sünjes Wohnung ist bezugsfertig und die zweite Wohnung in der wir zugange sind wird wohl bald fertig sein. Ein neuer Fußboden für mein Bad ist dabei auch noch abgefallen, hurra! Und vielleicht klappt es ja auch mit dem zweiten Bad. Ansonsten habe ich viel gearbeitet und wenig Zeit für Hobby und Kontakte gehabt. Eigentlich muss ich dringend einiges für den Amerikaaustausch vorbereiten und mich für vergessene Geburtstage entschuldigen. Wenn ich revue passieren lassen möchte, was seit dem letzten Eintrag alles so gelaufen ist, müsste ich direkt in meinen Kalender schauen. Irgendwie ist alles weg und das Einzige, an was ich mich erinnere ist, dass ich gearbeitet habe, zuhause und in der Firma. Das tägliche Geschäft ist schon so ausgefüllt, dass die kleinen Ereignisse untergehen. Aber halt, da fällt mir doch noch der Muttertag ein. Nach einer Woche Regen hatten wir ein perfektes Wetter für unsere Muttertagstour mit dem Kegelverein. Wir waren an der Ostsee, sind mit dem Zug hingefahren und dann von Travemünde bis nach Niendorf gelaufen - mit ein paar Stops zwischendurch. Zurück ging es dann wieder mit Bus und Bahn. Es war wirklich eine traumhaft schöne Strecke, die wir gelaufen sind und ich war richtig traurig, dass ich nur die kleine Kamera mit hatte. Auf jeden Fall muss ich diesen Ausflug nochmal wiederholen und mir dann ganz viel Zeit für's fotografieren nehmen.
Nun noch ein kurzer Ausblick auf das nächste große Ereignis. In 14 Tagen findet wieder das Harburger Binnenhafenfest statt. Wir haben von den Elbe-Werkstätten wie jedes Jahr unseren großen Stand mit Kaffee und Kuchen, den ich organisiere und so auch das ganze Wochenende verantwortlich vor Ort sein werde. Es ist eine Menge Arbeit, aber auch mein ganz privates Vergnügen, denn für mich ist dieses Fest das Beste überhaupt in Hamburg und ich freue mich schon sehr darauf, am Samstagabend nach getaner Arbeit mit Freunden die Bands und das Ambiente zu genießen. Auch wenn das frühe Aufstehen am nächsten Morgen schwer fallen wird.