07 August 2007

Leben ist...

...was passiert, während man fleißig damit beschäftigt ist, andere Pläne zu machen.

Ich weiß nicht, wer der Autor oder die Autorin dieses sinnigen Spruches ist, aber manchmal zeigt sich seine Wahrheit - nicht immer auf die angenehme Art. Während ich also damit beschäftigt bin, mich vom Urlaub zu erholen und die verschiedensten Dinge zu planen, z. B. die Kegeltour Ende August oder den Austausch nach Boston, sieht das Leben unvorhergesehen eine Zwangspause für mich vor. Ein Krankenhausaufenthalt ist nötig, der Ausgang noch ungewiss. An sich war schon irgendwann damit zu rechnen, jedoch natürlich weder jetzt und vor allem nicht mit der Option, dass es sich um etwas sehr Ernsthaftes handeln könnte. So fühle ich mich jetzt hin und her gerissen zwischen der Ungeduld, es endlich hinter mich zu bringen (was weg ist, kann mir nicht mehr schaden) und dem Prinzip Hoffnung (oder eher: was ich nicht weiß...). Ich bin froh, dass ich gelernt habe, positiv nach vorne zu sehen und den Augenblick zu genießen, was ich gerade ausgiebig tue, und dass die Momente der Angst und des Zweifels nur kurz sind. Vor 22 Jahren war das ganz anders. Und wirklich froh bin ich über meine Familie, Freunde und Kollegen, die wirklich alles tun, um mich aufzubauen, zu unterstützen und einfach für mich da sind. Danke!

Unser Urlaub ist inzwischen schon eine gute Woche vorbei. Er war schön, wir haben uns gut erholt und eine Menge Bücher verschlungen. Selbst Birk hat eine zarte Bräune bekommen, der ja nur schwer Farbe annimmt. Italien war interessant, besonders natürlich die ganzen historischen Erlebnisse, die wir hatten. Gebäude, bzw. Reste von Gebäuden, zu betreten, von denen man weiß, dass es sie schon vor 2000 Jahren und länger gegeben hat, ist schon ein besonderes Gefühl. Die Jungs waren sehr gut informiert und konnten uns immer mit den wichtigsten Informationen versorgen, aber auch viele Erkenntnisse aus meinem Geschichts- und Lateinunterricht kamen mir wieder ins Gedächtnis. Es war doch nicht alles für die Katz, was ich da gelernt habe. Schön, das zu merken.
Trotzdem: Italien ist nicht mein Land. Ich werde sicher nicht noch einmal einen ganzen Urlaub dort verbringen. Städtereisen ja, und vielleicht auch mal im Frühling, wenn alles noch grün ist, aber mir liegen doch eher die nördlicheren Länder, wie Holland, Scandinavien und die baltischen Länder. Nächstes Jahr ist dann erstmal wieder Urlaub in diese Richtung angesagt. Besonders deutlich ist mir dieser Wunsch wieder am vergangenen Wochenende geworden.
Birk ist zur Zeit bei Tanja zu Besuch und Michi und ich haben die Gelegenheit genutzt, einen Kurzurlaub in Nordfriesland einzulegen. Der weite Himmel und die grünen Wiesen - das ist Zuhause! Der Bequemlichkeit halber mieteten wir ein Auto (und was für eins! Das ist der Vorteil, wenn man kein eigenes besitzt). So waren wir zeitlich völlig unabhängig und die späte Rückkehr kein Problem, weil wir ja nicht in Altona in die S-Bahn umsteigen mussten. Das finde ich immer fürchterlich. Unser erstes Ziel waren Martin und Henrike in Witzwort. Wir hatten einen wirklich schönen und harmonischen Tag zusammen und Dank des herrlichen Wetters konnten wir ihn im Garten verbringen. Dieser Garten ist ein wahres Paradies. Ich liebe die vielen unterschiedlichen Ecken, in denen man sich je nach Stimmung niederlassen kann. Und das selbst gezogene Gemüse von Martin ist immer wieder ein Gedicht. Birk war ein wenig sauer, dass wir ihn nicht mitgenommen haben, aber nun fährt er morgen selbst zu seinem Großvater und wird dort sicher zwei schöne Tage verbringen, auf den Spuren von Igor Igel, Löwenzahns Mama und natürlich mit Martin und Henrike. Spätabends sind wir dann nach Klixbüll weiter gefahren und haben einen schönen faulen Sonntag mit meinen Eltern und Tanja und Familie verbracht. Natürlich wieder im Garten! Das genießen wir Harburger natürlich sehr.
Auf dem Rückweg sind wir über Aventoft gefahren um uns Birks Birke anzusehen, die wir anlässlich der Taufe der Kinder 1995 auf dem Kirchengelände gepflanzt hatten. Die ist vielleicht gewachsen! Ich glaube seit 2003 (letzte Aufnahme) bestimmt auf das Doppelte. Ein wenig befällt mich immer die Wehmut, wenn ich dort durch die Gegend fahre. Es ist nach wie vor Heimweh. Und dann denke ich wieder: Der nächste Urlaub muss dort sein! Ich kann Birk so gut verstehen, der mit dem halben Herzen noch immer in Nordfriesland zuhause ist und nicht wirklich in Hamburg ankommen kann.

Genug geschrieben für heute. Soviel Neues ist ja nicht passiert und jetzt werde ich flugs mal Witzworter Zucchini und Hack schmoren, damit mein knurrender Magen endlich Ruhe gibt :)









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